#lila_bunt

Feministische Bildung, Praxis und Utopie

Seminar

Kinderschutz differenzsensibel und diskriminierungskritisch gestalten

Kinderschutzarbeit ist geprägt von Komplexität, Ungewissheiten und Krisensituationen: Handeln bei (Verdacht auf) Kindeswohlgefährdung bedeutet immer auch Handeln in Unsicherheit. Einen wesentlichen Aspekt stellt dabei die besondere Vulnerabilität dar, wenn Kinder und Jugendliche (und ggf. auch ihre Familienangehörigen) von (Mehrfach-) Diskriminierung betroffen sind. In diesem Seminar bieten wir eine Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderschutz unter differenzsensiblen und diskriminierungskritischen Gesichtspunkten und beziehen dabei sowohl sozialarbeiterische / pädagogische Ansätze als auch juristisches Wissen mit ein. Ziel des Seminars ist, (die eigene) Kinderschutz-Praxis zu reflektieren und Handlungsstrategien für einen differenzsensiblen und diskriminierungskritischen Umgang zu entwickeln.

Das Seminar findet bei lila_bunt in Zülpich statt.

Inhalte:

  • Verfahrensschritte im Kinderschutz (Einstieg/Auffrischen)

  • Wie und was nehmen wir (differenzsensibel) als Kindeswohlgefährdung wahr und wie können wir (diskriminierungskritisch) zu einer Einschätzung kommen?

  • Wie kann die Kontaktaufnahme mit den Adressat*innen differenzsensibel und diskriminierungskritisch gestaltet werden?

  • Besondere Vulnerabilität von diskriminierungsbetroffenen Kindern und Jugendlichen (z.B. in Bezug auf Sexismus, Rassismus, Homo- und Trans*feindlichkeit, Bodyismus)

  • Schutz gegen Diskriminierung und Mobbing in der Schule

  • Patriarchal-gewaltförmige Beziehungen als Risikofaktor und Gewaltschutzals Aufgabe der Kinder-und Jugendhilfe

Teilnehmer*innenanzahl: 8-16 Personen

Bei diesem Seminar sind FLINT*-Personen willkommen. FLINT* steht als Abkürzung für: Frauen, Lesben, Inter, Non-Binäre Personen (non-binär nennen sich u.a. Menschen, die sich nicht den binär konstruierten Geschlechtern von männlich und weiblich zuordnen können/wollen) und Trans*menschen.

Zeitraum: 17. - 19. November 2021
Anreise: Mittwoch, 17. November 2021 um 17.00 Uhr, Start Seminar: 17.30 Uhr
Abreise: Freitag, 19. November 2021 ab 14.00 Uhr

Referent*innen: Ioanna Menhard (sie) & Sibylla Flügge (sie)

Sibylla Flügge war von 1994 bis 2016 Professorin an der Frankfurt University of Applied Sciences (FH Frankfurt) mit dem Schwerpunkt "Recht der Frau" und dort zugleich 20 Jahre Gesamtfrauenbeauftragte. Sie lehrte mit den Schwerpunkten Familienrecht, Kinder- und Jugendhilfe, Gewaltschutz und Antidiskriminierungsrecht. Seit 1983 ist sie Mitherausgeberin der feministischen Rechtszeitschrift STREIT.

Ioanna Menhard, Dipl.-Päd., ist seit vielen Jahren im Bereich der Jugendbildung/Jugendarbeit als Referentin und Pädagogin sowie als Lehrbeauftragte in der Hochschullehre (z.B. Frankfurt University of Applied Sciences) tätig und beschäftigt sich theoretisch und praktisch mit Fragen um emanzipatorische, differenzsensible und diskriminierungskritische Soziale und Bildungsarbeit; Schwerpunkte sind z. B. queerfeministische und rassismuskritische Jugendarbeit und Kinderschutz aus intersektionaler Perspektive.

Kosten: 320,00 € (Übernachtung sowie vegetarisch/vegane Vollverpflegung) im Doppelzimmer (Einzelzimmer-Zuschlag: 10 Euro / begrenztes Kontingent).

Pro Seminar gibt es ab 8 Teilnehmenden ein begrenztes Kontingent an Soliplätzen mit Zahlung nach Selbsteinschätzung. Schreibt uns dazu gerne an.