#lila_bunt

Feministische Bildung, Praxis und Utopie

Seminar

Empowerment und Powersharing als pädagogische Reflexions-und Handlungsperspektiven

Empowerment und Powersharing sind aus dem englischen Begriff "power" (Macht) abgeleitet und machen damit auf gesellschaftliche Macht- und Ungleichheitsverhältnisse aufmerksam. Empowerment bezeichnet die Ausweitung von Macht und Handlungsspielräumen der von Diskriminierung Betroffenen; mit Powersharing ist die Reflexion eigener Privilegien und die Umverteilung von Macht und Ressourcen vonseiten der machtstärkeren Positionen gemeint.

Im Seminar besprechen wir, was Privilegien sind, woher sie kommen und was sie mit verschiedenen sozialen Zugehörigkeiten, Zuschreibungen und Diskriminierung zu tun haben. Dabei arbeiten wir mit dem intersektionalen Ansatz - d.h., dass für jede Person verschiedene soziale Zugehörigkeiten (z.B. Geschlecht, Staatsbürger*innenschaft, Klasse) wirksam sind, die je nach Kontext diskriminierend oder privilegierend wirken können.

Insbesondere in pädagogischen Settings haben wir es nie mit homogenen Gruppen und Personen zu tun, auch wenn oft von „den Mädchen“ oder „den Jugendlichen“ gesprochen wird. Daher werden wir uns Zeit nehmen, relevante Begriffe und ihre Bedeutung für eine emanzipatorische pädagogische Praxis zu besprechen. Damit einhergehend werden wir unsere je eigenen sozialen Positionierungen und Erfahrungen reflektieren und in gesellschaftliche Zusammenhänge einordnen. Dies ermöglicht, das eigene pädagogische Handeln und die eigene Haltung im Sinne von Empowerment und Powersharing zu verändern. Aus der Analyse von Diskriminierungs- und Privilegierungserfahrungen heraus möchten wir gemeinsam solidarische Handlungsperspektiven entwickeln. Dafür arbeiten wir sowohl mit theoretischen Impulsen als auch mit praktischen Fallbeispielen und Übungen aus dem Social-Justice- und dem Anti-Bias-Ansatz.

Das Seminar findet bei lila_bunt in Zülpich statt.

Teilnehmer*innenanzahl: 8-18 Personen

Bei diesem Seminar sind FLINT*-Personen willkommen. FLINT* steht als Abkürzung für: Frauen, Lesben, Inter, Non-Binäre Personen (non-binär nennen sich u.a. Menschen, die sich nicht den binär konstruierten Geschlechtern von männlich und weiblich zuordnen können/wollen) und Trans*menschen.

Zeitraum: 19. - 21. April 2021
Anreise: Montag, 19. April 2021 um 17.00 Uhr, Start Seminar: 17.30 Uhr
Abreise: Mittwoch, 21. April 2021 ab 14.00 Uhr

Referent*innen: Ioanna Menhard (sie) & Antje Biertümpel (sie)

Antje Biertümpel, Pädagogin M.A., beschäftigt sich mit diskriminierungskritischer und menschenrechtsorientierter Bildungs- und Beratungsarbeit. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin (TU Darmstadt) baute sie die Antidiskriminierungsstelle an der Goethe-Universität Frankfurt auf. Seit 09/2019 verantwortet sie den Programmbereich politische Bildung an der vhs Hanau. Ihr Fokus liegt u.a. auf der Entwicklung partizipativer, inklusiver Formate.

Ioanna Menhard, Dipl.-Päd., ist seit vielen Jahren im Bereich der Jugendbildung/Jugendarbeit als Referentin und Pädagogin sowie als Lehrbeauftragte in der Hochschullehre (z.B. Frankfurt University of Applied Sciences) tätig und beschäftigt sich theoretisch und praktisch mit Fragen um emanzipatorische, differenzsensible und diskriminierungskritische Soziale- und Bildungsarbeit; Schwerpunkte sind z. B. queerfeministische und rassismuskritische Jugendarbeit und Kinderschutz aus intersektionaler Perspektive.

Kosten: 320,00 € (Übernachtung sowie vegetarisch/vegane Vollverpflegung) im Doppelzimmer (Einzelzimmer-Zuschlag: 10 Euro / begrenztes Kontingent).

Pro Seminar gibt es ab 8 Teilnehmenden ein begrenztes Kontingent an Soliplätzen mit Zahlung nach Selbsteinschätzung. Schreibt uns dazu gerne an.